Von Mehl- und Wurstschwalben

Ist es vielleicht das Mehl in der Backstube, welches die Mehlschwalben immer wieder zum Nestbau unter dem Dachtrauf der Bäckerei Scheurich am Luitpoldplatz in Essingen lockt? Gegenüber an der Metzgerei Frech sind das dann „Wurstschwalben“? Nein, natürlich nicht.

Es ist die Toleranz der Hausbesitzer gegenüber diesen Mitbewohnern, die deren Nester dulden. Ein Grund mehr, im Ort einzukaufen. Leider gibt es in Essingen auch Hausbesitzer, welche Mehlschwalbennester entfernen, was gesetzlich verboten ist. Oder sie installieren gar hässliche Metalldornen an der Wand, um diese nützlichen Vögel zu vergrämen. Dabei lässt sich mit einfachen Kotbrettern die Verschmutzung der Fassade verhindern. Seit Menschengedenken sind Mehl- und Rauchschwalben Mitbewohner an Gebäuden und erfüllten die sommerliche Geräuschkulisse unserer Dörfer mit ihrem munter schwätzenden Gezwitscher, welches leider immer weniger zu vernehmen ist. Ungenügende Nahrungsgrundlage durch starken Insektenschwund, fehlende Lehmpfützen zum Nestbau, nächtliche „Lichtverschmutzung“, zu glatte Fassaden und abweisende Hausbesitzer sind die Ursachen. Dazu kommen noch die vielen Gefahren auf dem jährlichen Zug nach Afrika.

Warum überhaupt nehmen sie diese Strapaze jedes Jahr auf sich und bleiben nicht einfach in den warmen Tropen? Die Erklärung: Am Äquator ist es nur 12 Stunden pro Tag hell, während sie bei uns im Sommer von morgens halb fünf bis abends halb neun, also ca. 16 Stunden lang, Mücken jagen können, um die hungrigen Jungschnäbel über der Backstube zu stopfen.

Neben Mehlschwalben, die ihre Nester meist außen an Gebäuden unter Dachvorsprüngen anbringen, gibt es auch noch die Rauchschwalben, bekannt als „Stallvögel“, weil sie traditionell in Ställen und Scheunen nisten, neuerdings manchmal auch in Parkhäusern. Während die Mehlschwalben leicht an ihrer bauchseitig „mehlig“ weißen Färbung und dem ebenso weißen Bürzel erkennbar sind, zeigen die Rauchschwalben unterseits eine dunklere „rauchweiße“ Farbe und sind an Bürzel und Kehle nicht weiß. Außerdem haben sie einen deutlich stärker gegabelten Schwanz.

Damit die Schwalben nicht das gleiche Schicksal erleiden wie der Storch, welcher 1973 als Brutvogel in Rheinland Pfalz ausgestorben war und erst mühsam wieder angesiedelt werden musste, appellieren wir an alle Hausbesitzer, Mehlschwalben und andere Gebäudebrüter nicht als Verschmutzer, sondern als willkommene Mitbewohner zu betrachten. Gerne beraten wir sie bei der Anbringung von Kotbrettern, Kunstnestern und dem Anlegen von Lehmpfützen. (Mail: vorstand@ehda-essingen.de)

Aufräumen auf den Streuobstwiesen

Wer kennt Myrobalanen? Man nennt sie auch Kirschpflaumen, in manchen Gegenden auch „Dergelkersch“ (hochdeutsch: Türkenkirsche). Ihre weißen Blüten erscheinen bereits vor allen anderen Obstarten und fallen in diesen Tagen besonders auf. Von Laien werden sie oft mit Schlehen verwechselt, da sie auch ähnlich sparrig bedornte Gebüsche bilden können. Sie blühen jedoch schon ein paar Tage früher und wer genau hinschaut, entdeckt zwischen diesen Gebüschen nicht selten alte Stämme von Zwetschgenbäumen, die manchmal schon lange abgestorben sind. Ihre Wurzeln leben allerdings weiter und bilden um den Mutterbaum Ausläufer, aus denen viele Myrobalanen hervorgehen können. Aus einzelnen Zwetschgenbäumen werden so ganze Myrobalanen-Hecken. Das erklärt sich ganz einfach damit, dass sie bei der Anzucht der Zwetschgen als Veredlungsunterlagen verwendet wurden. Alle unsere Pflaumen-, Reineclauden- und Mirabellen-Sorten sind übrigens aus Kreuzungen von Schlehen und Myrobalanen entstanden.

Myrobalanen neben abgestorbenem Zwetschgenbaum (Pfeil)

Für uns markiert die Blüte der Myrobalanen einen guten Zeitpunkt, nach dem beendeten Obstbaumschnitt die Streuobstwiesen„aufzuräumen“. Letzten Samstag trafen wir uns dazu bei der Aussichtsbank am Pleck. Zunächst mussten wir das auf der Fläche noch herumliegende Schnittholz kleinschneiden und zusammentragen. Danach erweckten wir unseren frisch geschmierten Balkenmäher aus seiner Winterruhe, um das dürre Bodengestrüpp und die aufkommenden Brombeer- und Hartriegel abzumähen.

Dies erscheint zunächst nicht gerade naturfreundlich. Um eine artenreiche Krautvegetation aufrechtzuerhalten ist jedoch die regelmäßige Mahd unerlässlich. Wir hatten bewusst die hochgeschossene Vegetation über Winter stehen gelassen. Die dürren Stängel und vor allem die Hohlräume im Stängelinneren sind für viele Insekten wichtig zum Überwintern. Zusammen mit den Samenständen dienen sie Vögeln als natürliches Winterfutter. Um wieder Platz für den in den Startlöchern stehenden Neuaustrieb zu schaffen, ist es jedoch ratsam, die dürren Altbestände jetzt abzumähen.

Ganz wichtig: Der etwa 10 cm hoch eingestellte Balkenmäher verschont dabei die bodennahen Blattrosetten und die abgemähten dürren Stängel bleiben weitgehend unversehrt auf der Fläche liegen. Noch nicht geschlüpfte Insekteneier oder Larven können in den kommenden warmen Tagen auch aus den liegenden Stängeln noch schlüpfen. Im Laufe des Sommers verrotten die alten Stängel. Es wurde nachgewiesen, dass diese Methode wesentlich artenschonender ist als Geräte, welche mit schnell rotierenden Schlegeln oder Messern das Mähgut zerhäckseln.

Nachtrag 29.03.21: Gestern haben wir auch auf der Obstwiese am Steinernen Brückel  die Frühjahrsmahd durchgeführt (siehe Foto, Myrobalanen im Hintergrund). Da die 16 Jungbäume dort aufgrund der letzten beiden Trockensommer nur schwachen Zuwachs zeigen, haben wir auch gleich die Baumscheiben gründlich freigehackt. Wir überlegen, ob wir bei wiederholter Trockenheit versuchen, den Wuchs mit Wassersäcken zu fördern.
(Eckart Kleemann)

Rückblick Obstbaumschnitt ist 2021

Die Obstbaumblüte kündigt sich mit schwellenden Knospen an und die Bäume kommen in Saft. Der Winterschnitt wird jetzt von uns beendet. Ein kurzer Rückblick:

  • Viele Obstbäume in der Flur werden sehr von Wildsträuchern oder eigenen Wurzelauswüchsen bedrängt. Will man sie erhalten, müssen sie freigeschnitten werden. Bei manchen war es höchste Zeit.
Da müssen Profis ran….
  • Wir waren insgesamt an 5 Nachmittagen jeweils zu Zweit unterwegs, schnitten ungefähr 40 Bäume frei und beseitigten auch viele Bruchäste aus den Kronen.
  • Mit dem eigentlichen Obstbaumschnitt begannen wir am 20.02.2021 auf der Streuobstwiese am Steinernen Brückel. 35 Bäume mussten hier geschnitten werden. Da wir sie bereits letztes Jahr einigermaßen in Façon gebracht hatten, war der Schnittaufwand nicht zu hoch.
    Zunächst wurden in einem Crashkurs vor Ort die Grundkenntnisse der naturgemäßen Kronenerziehung erläutert, natürlich mit vorschriftsmäßigem Abstand. Gleich im Anschluss ging es in Zweierteams „ans Holz“. Die anfängliche Unsicherheit und Schnittscheu legte sich bald und in der steigenden Vorfrühlingssonne kamen manche sogar in Schwitzen.
  • Am folgenden Samstag, 27.02.21, übten wir bei herrlichem Vorfrühlingswetter den Erziehungsschnitt an von uns in den letzten 3 Jahren nachgepflanzten Bäumen (33 Bäume).
  • Im Laufe der Woche waren die Bäume auf unserer Streuobstwiese am Pleck an der Reihe und auf der Essinger Schulobstwiese, insgesamt nochmal rund 40 Bäume.

Die größte Herausforderung zu guter Letzt waren zwei praktisch noch nie geschnittene, sanierungsbedürftige Bäume am Schinderhöbel. Da fällt ein Haufen Holz an und man braucht zu zweit schon mal zwei Stunden pro Baum. Wir sind gespannt, wie die beiden Bäume auf die „Radikalkur“ reagieren werden. Hier ein vorher-nachher Bild:

Nachpflanzungen von eingegangenen Bäumen

Im Jahr 2017 hatten wir ein Kataster der Bäume erstellt, die auf gemeindeeigenen Flächen in den letzten Jahrzehnten gepflanzt wurden, meist im Zuge von Flurbereinigungen. Wir erfassten damals 1.191 Bäume und dokumentierten Art, Stammumfang und die genaue Lage in einem geografischen Informationssystem (QGIS). Wir zählten 188 eingegangene Bäume (ca. 16 Prozent), oft durch Verbiss, aber auch Sturmbruch, manchmal auch durch verstümmelnden Rückschnitt oder Stammbeschädigungen.

Seit unserer Gründung vor 4 Jahren bemühen wir uns, die Ausfälle zu ersetzen. Mittlerweile haben wir 40 Bäume nachgepflanzt, davon 4 am letzten Samstag. Diesmal wählten wir Arten, die aus Vorderasien stammen und hoffentlich dem Klimawandel besser gewachsen sind. Die trockenen Sommer der letzten Jahre machen unseren Bäumen sichtlich zu schaffen, besonders in der empfindlichen Anwachsphase.

Maulbeerbaum am Pleck* (siehe Nachtrag)

Am Ossoplatz pflanzten wir eine Dürkheimer Krachmandel (weichschalige Essmandel) und am Pleck zwei Maulbeerbäume (1 schwarzfrüchtige und 1 weißfrüchtige)*. Dazu auf der Streuobstwiese hinterm Sportplatz einen robusten Kaiser-Wilhelm-Apfel. Unter der Grasnarbe war der Untergrund immer noch knochentrocken und wir mussten die Spitzhacke zu Hilfe nehmen. Vielen Dank an die Helfer.
(Eckart Kleemann,  am 28.11.2020)

*Nachtrag: Leider mussten wir die beiden Maulbeerbäume letzte Woche wieder ausgraben und an eine andere Gemeinde verschenken. Good bye, Good bye.
Grund: Maulbeeren sind ein potentieller Wirt der Kirschessigfliege. Das ist eine asiatischeTaufliegenart, die vor ca. 10 Jahren in Deutschland eingeschleppt wurde. In manchen Jahren ruft sie starke Schäden an roten Trauben hervor – in Essingen gab es 2014 den ersten starken Befall. Die Pflanzung der beiden Bäume wurde daher beanstandet. Damit hatten wir nicht gerechnet, da in unmittelbarer Nachbarschaft auch zahlreiche Brombeeren, Kirschbäume und Holunder wachsen, die als ebenso hochgradige Wirtspflanzen gelten. Als hochgradige Wirtspflanze gilt übrigens auch der in Hausgärten so beliebte, ökologisch sehr umstrittene Kirschlorbeer.
(Eckart Kleemann, 11.03.2021)

Rekord-Apfelernte mit Teenietreff

Dank der unglaublich tollen Mithilfe des Teenietreffs konnten wir am vergangenen Samstag in knapp vier Stunden mehr als 2 Tonnen Äpfel ernten! Vielen Dank an die über 20 Teenies und  die Betreuer, die dabei waren! Und vielen Dank auch für das anschließende gemeinsame Essen in netter Runde im Teenietreff.

Das Wetter hatte morgens zwar ungemütlich grau begonnen, ging aber erst gegen Mittag so langsam in Regen über. Am Ende wurden dann einige große und kleine Helfer noch ganz schön nass.

Für unsere Teenies bot die Mithilfe auch die Gelegenheit, eine etwas abgelegene Ecke unserer Gemarkung näher kennen zu lernen. Nachdem sie im letzten Jahr bereits auf der Obstwiese am Silbersee dabei gewesen waren, ernteten sie diesmal hauptsächlich auf der großen Streuobstfläche „In der Mulde“. Das ist ein Grundstück der Naturschutzbehörde nordöstlich unterhalb der Liebesinsel.

Für die Eh da-Initiative kann man diese Ernte als ein kleines Jubiläum betrachten. Es war im Herbst 2016, kurz vor unserer offiziellen Vereinsgründung, als die Idee der Apfelernte für gemeinnützige Zwecke geboren wurde. Und dieses Jahr ist es das fünfte Mal, dass wir das in rein ehrenamtlichem Engagement schaffen. Ich denke, nach 5 Jahren dürfen wir uns dafür mal selbst auf die Schulter klopfen und ein wenig stolz sein.

Und die Essinger Bürger möchten wir gerne anhalten, unseren wirklich leckeren Essinger Streuobstsaft von garantiert noch nie gespritzten Bäumen weiterhin zu kaufen und damit die Aktivitäten der Eh da-Initiative für mehr Artenreichtum in der Flur zu unterstützen.

Verkaufsstellen:

Familie Zeil, Hochstadterstr. 1

Familie Joachim & Heupel, Schlossstr. 19

Familie Schorck, Mühlstr. 12a

Eckart Kleemann in der Gerämmestr. 22

Familie Pabst, Wiesenstr. 2

Familie Beyer, Osterbergstr. 7

Verkaufspreis: 2 €/Flasche, im praktischen 6-er Karton oder einzeln.

Auch als Geschenk sehr gut geeignet.

(Eckart Kleemann)

Auf zur gemeinsamen Apfelernte

Apfelernte 2020

Das anhaltend trockene Wetter der letzten Wochen hat auch die Obst-Hochstämme sehr unter Stress gesetzt. Man kann überall einen starken, frühzeitigen Fruchtfall beobachten und bei vielen Bäumen bereits eingerolltes dürres Laub. Andererseits war gerade durch die Trockenheit das am Boden liegende Obst nur wenig faul und für Saft zum Teil gut verwendbar.

Um die erste Partie der frühreifen Äpfel nicht verkommen zu lassen, bot uns die Kelterei Saftomobil in Herxheim letzte Woche am Freitag einen Presstermin an. Zur Ernte trafen wir uns am Vortag auf der Obstwiese in den Holzwiesen. Schon bei geringem Schütteln prasselten die meist kleinen Äpfel herunter und zusammen mit den bereits unten liegenden hatten wir bis zur Mittagszeit ca. 1,2 Tonnen geerntet.

Man könnte nun erwarten, dass bei dieser Trockenheit die Saftausbeute der Äpfel stark verringert ist. Umso mehr freuten wir uns über das Ergebnis der Pressung. Es ergab 856 Flaschen! Das ist eine recht gute Ausbeute von über 70 Prozent. Und der Saft schmeckt prima.

Ab sofort können Sie also wieder unseren frischen Essinger Apfelsaft aus garantiert noch nie gespritzten Äpfeln erwerben. Mit dem Erlös unterstützen Sie die Aktivitäten der Eh da-Initiative.

Verkaufsstellen:

Familie Zeil, Hochstadterstr. 1

Familie Joachim & Heupel, Schlossstr. 19

Familie Schorck, Mühlstr. 12a

Eckart Kleemann in der Gerämmestr. 22

Familie Pabst, Wiesenstr. 2

Familie Beyer, Osterbergstr. 7

Verkaufspreis: 2 €/Flasche, im praktischen 6-er Karton oder einzeln.

Unser nächster Erntetermin findet wie letztes Jahr zusammen mit dem Essinger Teenietreff statt.

Treffpunkt: Samstag 03.10.20 (Tag der Deutschen Einheit) um 9 Uhr am Sportplatz

Die gemeinsame Apfelernte ist auch eine nette Gelegenheit zum  Klönen und Kennenlernen. Natürlich sind auch Nicht-Mitglieder willkommen. Wir würden uns über zahlreiche Helfer freuen.

Der Teenietreff organisiert freundlicherweise ein gemeinsames Mittagessen. Damit niemand verhungert, bitten wir euch um Anmeldung bis zum 30.10.20 unter 06347-6335 oder Mail: vorstand@ehda-essingen.de

(Eckart Kleemann)

Radtour am 27.09.2020

Die Eh-da Initiative Essingen e.V. unternimmt am Sonntag, den 27.09.2020 eine Fahrrad-Tour nach Frankweiler und lädt alle Mitglieder (selbstverständlich mit Anhängen) sehr herzlich dazu ein. Die Tour ist für Jung und Alt geeignet.

Treffpunkt ist am Sportplatz um 11 Uhr, dann radeln wir gemütlich circa eine Stunde zu unserem Ziel, der Weinbar Müller, dort kehren wir zum Mittagessen ein. Die Hinfahrt erfolgt auf direktem Wege, die Rückfahrt kann auf einer längeren Route erfolgen, für die die möchten.
Bei Regenwetter findet der Ausflug mittels Autofahrgemeinschaft statt. Der Treffpunkt bleibt am Sportplatz, eine halbe Stunde später um 11:30 Uhr.
Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnehmer(innen) und bitten um Anmeldung zwecks Tischreservierung bis zum 23.09.2020 unter
Tel. 06347 – 6060103 (AB)  oder vorstand@ehda-essingen.de
(Viviane Schuster)

Gebietseigene Wildblumen frisch ausgesät

Um die Artenvielfalt in unserer Flur zu verbessern, hat die Gemeinde der Eh da-Initiative zur Einsaat von Wildblumen drei kleine Flächen zur Verfügung gestellt und sowohl Saatgut als auch Bodenvorbereitung aus dem Gemeindeetat finanziert. Freundlicherweise hat uns Familie Herbst darüber hinaus noch einen kleinen Acker (im Pleck), der schon seit ein paar Jahren nicht mehr bestellt wird, ebenfalls zur Wildblumeneinsaat überlassen.

Letzte Woche brachten wir zu Dritt das feine Saatgut per Hand zunächst auf einem Streifen am Steinernen Brückel aus, danach in der Katharinengewanne und am Ossoplatz. Am Schluss auf der etwas größeren Ackerparzelle am Pleck.

Die meisten Wildblumen gelangen im Hochsommer zur Samenreife und säen sich in dieser Zeit natürlicherweise selbst aus. Daher wird von Fachleuten der Zeitraum Mitte August/Anfang September als optimal zur Aussaat empfohlen. Dabei muss auch für Wildblumen das Saatbeet möglichst „unkrautfrei“ sein, d.h.  sorgfältig 3-4 mal über Sommer mit Risser, Fräse oder Kreiselegge bearbeitet werden, um vor allem die konkurrenzstarke Grasnarbe zu beseitigen.

Um die heimische Flora nicht noch mehr zu verfälschen, darf seit 1.März 2020  per Gesetz in außerlandwirtschaftlichen Flächen nur noch gebietseigenes Saatgut verwendet werden. Ein original pfälzischer Löwenzahn ist nun mal was anderes als ein niedersächsischer, auch wenn die Globalisierung vor unserer Flora nicht Halt macht.

Die von uns verwendete Mischung setzt sich zusammen aus 36 typischen, regional gewonnenen Arten wie zum Beispiel Glockenblumen- und Labkrautarten, Bibernelle, Schafgarbe, Wiesensalbei, Wiesen-Bocksbart und viele anderen. Die Samen sind zum Teil so extrem klein, dass man sie mit Schrot mischen muss, um sie überhaupt von Hand gleichmäßig aussäen zu können. Viele Arten darunter sind Lichtkeimer, deren Samen nicht in den Boden eingearbeitet werden soll. Trotzdem ist wie bei der Anlage von Rasen ein guter Bodenkontakt ganz wichtig für die Keimung. Daher muss nach der Saat gründlich angewalzt werden.

Nun können wir nur noch auf Regen warten, damit die Wildblumen bald auskeimen und in den kommenden Jahren hoffentlich möglichst viele Insekten und andere Kleintiere eine neue Heimstatt finden und auch wir uns daran erfreuen können, wenn es dort krabbelt, summt und brummt.

(Eckart Kleemann)

Auf die Dauer hilft nur Frauenpower

Ohne engagierte Frauen läuft nichts. Während die Männer sich vermutlich mit Bügelbrett und Putzlappen herumärgerten, kümmerten sich drei Eh da-Frauen (und der Verfasser als Quotenmann) am Samstag um die harte Geländearbeit am Steinernen Brückel. Zunächst mussten ein neuer Elektrozaun installiert und die Schafe auf die noch unbeweidete Restfläche umgetrieben werden. Danach galt es einen Haufen Sandsteine vom Wegrand zum Eidechsenhaufen zwischen den Obstbäumen zu schaffen. Eine kleine Eidechse huschte zwischen den Steinen davon.

Am Ende nahm der Steinhaufen andeutungsweise eine Drachengestalt mit Schwanz an und mit etwas Einbildungskraft sah man sogar Feuer aus dem Maul speien. Vielen Dank an die Drachenfrauen.
(Eckart Kleemann)