Natur aus dem Takt

Beim Reinigen der Nistkästen diese Woche staunten wir nicht schlecht, als wir an einem Flugloch noch von aus- und einfliegenden Hornissen begrüßt wurden. „Normalerweise“ verlassen die ihre Nester im Oktober. Sie benahmen sich friedlich und wir konnten sie in Ruhe beobachten.

Auch die Honigbienen fliegen in den Mittagsstunden rege und stellen aufgrund der milden Witterung ihr Brutgeschäft noch nicht ein. Dem Imker bereitet dies Sorgen, da zur Wärmung der Brut die Futtervorräte vorzeitig aufgebraucht werden. Ungewöhnlich ist auch, dass in vielen Feldgehölzen der Rote Hartriegel fast wie im Frühjahr blüht (im Foto mit dem Essinger Kirchturm) und auf abgedroschenen Maisäckern sieht man ausgefallene Körner kräftig keimen. Wir müssen uns auf manche Kapriolen der Natur einstellen.

In einem Nistkasten fanden wir ein verlassenes Hummelnest aus vielen Wachsbechern vor und in mehreren anderen hatten sich Mäuse in einem gemütlichen Winternest eingekuschelt. Wir verschlossen dann die Klappe sofort wieder, um sie nicht unnötig zu stören.

Brutwaben aus „Hummelwachs“

Schulgarten-Aktion mit toller Beteiligung

Bei strahlendem Spätherbstwetter tummelten sich für gut zwei Stunden bis zu 80 Personen auf dem Außengelände der Essinger Grundschule. 35 Erwachsene und ca. 40 Kinder nahmen sich Zeit, um das wunderbare Grundstück zu nutzen und Insektenhotels, Nisthilfen für Wildbienen und Nistkästen für Vögel aufzuhängen. Es wurde gesägt, geschliffen, gebohrt, gehämmert, gestopft, auf Leitern geklettert, Laub gerecht und zu igelgerechten Haufen aufgeschüttet und vor allem Spaß gehabt …………

Einen schönen Bericht hierzu von unserem Mitglied Lothar Glasmann mit Fotos gibt es auf der Grundschulseite.

Nistkasten-Aufhängen mithilfe der „Tiroler Steigtanne“.

Apfelernte mit Teenietreff

Es herrschte ein buntes Treiben auf der Obstwiese – rund 20 Teenies, fast ebenso viele Erwachsene und dazwischen 6 handzahme Schafe, die den plötzlichen Auflauf und sogar Reitversuche der Mädels gelassen ertrugen.
Am Montagmorgen letzter Woche (Tag der deutschen Einheit) ab 9 Uhr trudelten die Erntehelfer nach und nach in den Holzwiesen ein. Mit Hakenstangen wurden die Früchte auf Planen heruntergeschüttelt und manchmal hörte man ein „Aua!“, wenn ein unvorsichtiger Kopf getroffen wurde. Die Äpfel waren meist kleiner als gewöhnlich und auf vielen Bäumen hingen überhaupt keine, einzelne Bäume haben gar den extrem trockenen Sommer nicht überlebt. Der Klimawandel lässt grüßen. Trotzdem gelang es der vereinten „Meute“ aus Jungen und Alten mehr als zwei Tonnen einzusammeln. Um die Mittagszeit ging es dann weiter auf der Streuobstwiese „In der Mulde“. Dort verabschiedeten sich die Teenies zum wohlverdienten Mittagessen. Ein „harter Kern“ von Ehda-lern hielt noch am Nachmittag durch und beerntete als krönenden Abschluss zwei üppig volle Bäume am Schinderhöbel. Zum Feierabend gönnten wir uns dann ein gemütliches Kuchenpicknick in der Abendsonne.
Herzlichen Dank an alle Helfer/innen! Es hat wieder viel Spaß gemacht.
Eckart Kleemann

Essinger Kinder bemalen Bohnenstangen

Beim Anblick dieser Garde wird sicher jeder Bösewicht lammfromm

Nach zweijähriger Pause konnten sich die Essinger Kinder wieder auf ein schönes Ereignis freuen. Die GRÜNE BÜRGERLISTE ESSINGEN unter Federführung der Beigeordneten im Essinger Gemeinderat, Marion Fliehman, veranstaltete am 9. Juli erneut ihr BOHNENSTANGEN-MALEN auf dem Hof von Erika Maul in der Gerämmestraße. In den Tagen zuvor hatten die Mitglieder die Bohnenstangen entrindet, geschliffen und mit weißer Farbe grundiert. Gegen 10 Uhr trafen die ersten Familien ein und im Hof begann im wahrsten Sinne des Wortes ein buntes Treiben. Jedes Kind bekam Pinsel und Farben in einem Schälchen gereicht, wählte sich „seine“ Bohnenstange aus und konnte diese nach Lust und Laune bunt bemalen, somit seiner Kreativität freien Lauf lassen. Manchmal musste Papa oder Mama etwas helfen, doch meist ging es den Kindern leicht von der Hand. Nach zwei Stunden präsentierten die Kinder stolz ihre Exponate. Das Bohnenstangen-Malen geht auf regionales Brauchtum zurück, die Bewohner der Nachbardörfer mit einem speziellen Uznamen zu belegen. Die Essinger sind eben die „Bohnenstangen“.
(Peter Büdenbender)

Tierische Verstärkung

Seit zwei Wochen haben wir wieder einen Trupp Schafe im Einsatz. Der ortsansässige Schäfer Gunter Mees hat uns die „tierische Verstärkung“ zur Pflege unserer Obstwiese am Steinernen Brückel freundlicherweise wieder zur Verfügung gestellt.
Es sind 4 tragende Muttertiere und ein Bocklamm.

Sie waren gleich voll vertraut mit der Örtlichkeit und sind mir auch sofort auf dem Fuß gefolgt, als ich mit dem Leckerlibecher rappelte. Hier ein Video:

Vor allem das Leittier (vorne im Bild) war offensichtlich auch letztes Jahr schon dabei. In Versuchen wurde ja nachgewiesen, dass Schafe ein sehr gutes Gedächtnis haben und sich sogar menschliche Gesichter und Stimmen lange merken können.
Für die tägliche Betreuung und Nachschau haben wir wochenweise einen „Dienstplan“ aufgestellt.
Es geht darum, einmal am Tag nachzuschauen, ob
1. noch alle Fünfe da sind,
2. genug Wasser im Tränkeeimer ist,
3. noch genug Strom im Elektrozaun ist,
4. der Zaun nicht irgendwo umgedrückt ist, z.B. durch Rehe oder Wildschweine,
5. und zwei Handvoll Leckerli geben und auch mal ein wenig kraulen, damit die Truppe anhänglich bleibt.
(Eckart Kleemann)

Sommerfest unter Apfelbäumen

Gestern Nachmittag feierten wir unser Sommerfest unter den Apfelbäumen am Pleck. Dank großzügigen Gutscheinspenden von EDEKA waren wir üppig versorgt mit Fleisch, Würsten, Grillkäsen und Getränken. Und dazu gab es eine leckere Auswahl von selbstgemachten Salaten. Michael und Gisela managten die Grillstation. Und das Wetter dazu war ideal.
Es war ein sehr netter, entspannter Abend, bei dem auch die Kinder viel Spaß hatten. Wenn ich richtig gezählt habe, waren wir insgesamt 28 Erwachsene und 9 Kinder. Die letzten verließen gegen zwei Uhr Nachts den Platz.

Allen Helfern vielen Dank! So ein Fest können wir im Laufe des Sommers gerne nochmal machen.
(Eckart)

Schonende Offenhaltung

Im Juni ist Heuzeit. Auch die Wiesenbereiche von Eh da-Flächen müssen mindestens einmal jährlich gemäht werden. Warum nicht einfach verwildern lassen?
In der öffentlichen Wahrnehmung wird vor allem der Wald als besonders artenreich und natürlich angesehen. Dabei erlangte die mitteleuropäische Landschaft ihren größten Artenreichtum erst mit der Rodung der Wälder und der Schaffung von Offenland durch den Menschen. Die bunte Vielfalt der Tagfalter beispielsweise hätte es ohne Offenland nie gegeben und auch viele Vogelarten konnten sich erst im Offenland ansiedeln (z.B. Rebhuhn, Wachtel, Feldlärche, Kiebitz, Schwarzkehlchen u.a.). Auch die meisten Wildbienenarten sind an Offenland gebunden. Und wer den höchsten Artenreichtum pro Fläche sucht, findet diesen nicht etwa im tropischen Regenwald, sondern, kaum zu glauben, auf mageren, unauffälligen europäischen Trockenrasen.

Der früher in der gesamten Flur vorhandene Artenreichtum wich im Laufe des 20.Jahrhunderts der heutigen intensiven, ertragsstarken Bewirtschaftung. Als „Rettungsinseln“ in dieser Landschaft sind naturnahe, extensiv gepflegte Flächen umso wichtiger. Wie kann man diese Flächen schonend offenhalten? Zunächst gilt natürlich, dass eine Mahd für die dort lebenden Tiere eine plötzliche und drastische Veränderung ihres Lebensraums bedeutet. Sie verlieren Deckung, den Schutz vor Witterungseinflüssen und notwendige Nahrung. Vor allem tiefer Schnitt mit rotierenden Geräten (Mulchen) vernichtet viele Kleintiere und schädigt bodennahe Blattrosetten. Wir benutzen daher einen Balkenmäher mit hoher Schnitteinstellung (ca. 10cm) und sparen immer Teilflächen aus, was manche Betrachter als „unordentlich“ empfinden. Kleintiere können auf diese ungemähten Areale ausweichen und der schlagartige Verlust an Lebensraum wird somit reduziert. Das Mähgut wird nach Trocknung von uns per Hand zusammengerecht.

Bei bestem Badewetter ließen sich letzte Woche ein paar (vermutlich wasserscheue) „Eh da-ler“ nicht von den brutalen Temperaturen abschrecken und schwangen auf zwei Flächen am Pleck Heurechen und -gabeln. Vielen Dank für dieses schweißtreibende „Freizeitopfer“.
Der Rest wurde gestern zusammengegabelt.

Erschöpfte Männer unterm Birnbaum, während die Frauen weiter schafften.



Rosenzeit

Im Frühsommer ist Wildrosenzeit. Dies Jahr zeigen sich erstmals bei der Bank am Pleck die neben der Eidechsenburg gepflanzten Gallischen Rosen (Rosa gallica) in voller Blüte. Bei warmem Wetter steigt dem Bankbesucher der Duft direkt in die Nase, und nebenbei kann er den Blütenbesuchern bequem zusehen und dabei vielleicht auch noch eine Eidechse beim Sonnen beobachten.
An der gleichen Stelle im Juni 2018: Hans Georg Roos als „Hauptbaumeister“ beim Setzen der Steine in der Böschung. Hans kann den Rosenduft und die Eidechsen nun nicht mehr miterleben. Am 16.Mai ist er im Alter von 71 Jahren verstorben. Nach einer schweren Herzoperation ist er leider nicht wieder vollständig genesen und bedauerte es, dass er in den letzten beiden Jahren an unseren Vereinsaktivitäten und -treffs nicht mehr teilnehmen konnte. Hans war ein echter Naturliebhaber und seine große Leidenschaft waren Pilze.
Als Fachmann auf diesem Gebiet wirkte er auch jahrelang bei Pilzausstellungen im Karlsruher Naturkundemuseum mit. Uns bleibt er vor allem als freundlicher, humorvoller und sehr angenehmer Mensch in Erinnerung.

Wir stellen neue Bänke

Am letzten Samstag bauten wir zwei neu erworbene Bänke auf. Angefertigt wurden sie aus heimischem Holz in der Werkstatt des Forsthofs Haingeraide in Taubensuhl. Mit massiven Füßen aus Kastanienstämmen und dicken Sitzflächen aus Douglasie war es nicht gerade leicht, sie vom Hänger zu hieven und in vorher passgenau gegrabene Fundamente einzulassen.
Wie man sieht, passen 8 Menschen drauf (wenn sie nicht zu groß sind).
Bei der zweiten Bank am Rand einer neu angelegten Baumwiese übernahmen die Kinder die Buddelarbeit. Vielen Dank an alle für die tatkräftige Unterstützung und für den netten Tag.

Müssen Obstbäume geschnitten werden?

Die meisten Hochstamm-Obstbäume auf unseren öffentlichen Grünflächen zeigen durch fehlende Schnittpflege einen dichten „Naturwuchs“. Für den Naturhaushalt und das Landschaftsbild sind solche ungepflegten Bäume deshalb nicht wertloser. Sie bilden ein dichteres Astwerk aus und mehr Blüten als geschnittene, dafür allerdings kleinere und schlechter belichtete Früchte. Leider entwickeln sie sich oft unstabil und erleiden häufig bereits in frühem Alter Astabbrüche bei Fruchtbehang. (Im Foto unten ein Baum der bereits im Alter von 25 Jahren zusammenbricht). Ihr potentiell hohes Alter von 60-100 Jahren erreichen diese geschädigten Bäume gewöhnlich nicht. Obstbäume sind züchterisch bearbeitete Kulturpflanzen. Sie wurden im Vergleich zu Wildformen über Jahrtausende auf frühen Fruchtertrag und große Früchte selektiert, nicht auf stabilen Kronenaufbau.

Sie sind ähnlich etwa wie Haushunderassen im Vergleich zum Wolf weniger vital. Nichtsdestotrotz sind vor allem alte Sorten ein Kulturgut, das unbedingt erhaltenswert ist.
Will man langlebige und nutzbare Obstbäume, so muss man in der Jungbaumerziehung die Voraussetzungen schaffen. Das sind die 7-10 ersten Jahre bis zum Ertragsstadium. Damit die von uns in den letzten Jahren gepflanzten Jungbäume nicht so verwahrlosen wie die meisten Flurbereinigungskollegen, dürfen wir den Erziehungsschnitt nicht vernachlässigen. Dazu braucht es ein paar Grundkenntnisse. Um diese zu erlernen, bieten wir wieder für alle Interessierten einen kurzen Crashkurs und Demonstrationen an Jungbäumen an.
Treff am Samstag, 19.02.22 um 10 Uhr am Sportplatz.


Die letzten beiden Samstage praktizierten wir in kleiner Gruppe den Schnitt an Altbäumen. Trotz gemeinsam erarbeiteter Theorie (Öschbergkrone, Fruchtholzverjüngung, Schlankschnitt) stellten sich am Baum immer wieder Fragen, wie „muss der Ast weg oder lassen wir ihn dran? An welchem Seitenast leiten wir am besten ab? Welcher Ast eignet sich als Leitast? Muss noch mehr weg?…“ usw.