Nesträuber

Nistkästen reinigen, muss das sein? Die meisten Experten empfehlen es, um den Befall der Brut durch Flöhe, Milben und Zecken zu verringern. Manche behaupten allerdings, dass dies nichts bringt, da die Vogeleltern ohnehin wieder Parasiten mit ins Nest schleppen. Da wir nicht wissen, wer recht hat, reinigen wir nicht alle Nistkästen jährlich. Letztes Jahr hatten wir ausgesetzt und deshalb dies Jahr alle 80 Kästen durchgecheckt. Da im Winter manchmal Mäuse oder Siebenschläfer es sich in den Kästen gemütlich machen, öffnen wir sie immer ganz vorsichtig. Aus einem Kasten blickten uns Mäuse ängstlich an – wir machten die Klappe schnell wieder zu. Ein weiterer beherbergte ein Hornissennest (um diese Zeit verlassen) und nur ein einziger war nicht belegt. In 3 Kästen befanden sich tote Jungvögel und in einem ungeschlüpfte Eier.

Wir verwenden nur Holzbeton-Kästen, die zwar teuer (ca. 45 €) sind, aber sehr haltbar. Bei Holzkästen macht sich gelegentlich der Buntspecht an den Einfluglöchern zu schaffen und vergrößert sie, um ans Nest zu kommen. Ja, der hübsche Buntspecht frisst durchaus Jungbrut oder die Eier, besonders dann, wenn andere natürliche Nahrungsquellen knapp sind. Man sollte meinen, bei Holzbeton würde er dies unterlassen, um seinen Schnabel nicht zu beschädigen. Wir fanden trotzdem zwei Kästen vor, an denen er rumgehämmert hatte.

An diesem Kasten hat sich ein Buntspecht vergeblich als Steinmetz versucht.

Die meisten Vögel entfernen alte Nester nicht, sondern bauen ihr neues Nest einfach obendrauf. So rückt das Nest immer näher an das Einflugloch und es wird immer enger und leichter erreichbar für Nesträuber wie Eichhörnchen oder Marder. Ein weiterer Grund, regelmäßig zu reinigen.

Dieser Kasten ist voll bis „Oberkante Unterlippe“.

Echten „Nestraub“ fanden wir an zwei Plätzen vor: Dort waren die Kästen komplett weg – das schafft kein Specht und kein Marder. Wir gehen davon aus, dass der Räuber ein Vogelfreund war und die Kästen vielleicht in seinem Garten aufgehängt hat.

Nur der Nagel ist noch da, der Kasten ist weg.

Den Helfern der Eh da-Initiative ist sehr zu danken, dass sie die nicht gerade angenehme Arbeit der Nistkastensäuberung bei kaltem Winterwetter auf sich genommen haben. Im Ortsbereich und in der Flur sind hohle Bäume rar. Nistkästen sind daher für unsere Höhlenbrüter lebenswichtig!