In der Essinger Flur mit dem Osso-Bähnel unterwegs….

Am Sonntag, den 27.08.2017 bestand die Möglichkeit, mit dem Ossobähnel eine Fahrt durch die Essinger Flur zu genießen.

Nach einer Fahrt von ca. 10 Minuten kam man am Haltepunkt an den Domterassen an.

Dort wurde man mit einem Glas Apfelsaft oder Wein überrascht.

Bei erstklassigem Wetter lauschten dann die Gäste einem kleinen Vortrag von Eckart Kleemann über die Eh-Da Initiative Essingen sowie über die Eh Da Flächen.

Auch für alt eingesessene Essinger gab es überraschenderweise noch viel Neues zu hören.

Für Interssierte gab es noch Infomaterial, Samentütchen für unsere Blütenguerilla und natürlich ausreichend Mitgliedsformulare.

 

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Blütenguerilla

Liebe Gartenbesitzer!

Wir wünschen uns viel mehr heimische Wildblumen in unseren Gärten und möchten Sie ermutigen, dazu beizutragen. Bringen Sie Leben in Ihren Garten statt toten Schotter und sterilen Rasen!

Umstellungswilligen Gartenbesitzern stellen wir gerne Saatgut zur Verfügung – kleine Portionstütchen mit kurzer Erläuterung können Sie am Kerwesonntag,  dem 27.08.2017, an der Endstation vom Schoppenbähnl erhalten.

Auch in der Flur gibt es viele artenarme Grasflächen (oft durch übertriebenes Mulchen der Anlieger entstanden), die jedem Naturfreund ein Graus sind. Wir wollen im Herbst damit beginnen, per Hand solche Flächen an ausgesuchten Stellen umzustechen und zur Frühjahrsaussaat vorzubereiten. Freiwillige Helfer sind herzlich willkommen – wir kündigen es hier rechtzeitig an. Nach und nach werden wir so hoffentlich unsere Umgebung wieder etwas farbiger und attraktiver für Wildbienen, Schmetterlinge (und auch uns Menschen!) machen. In den Städten gibt es die Bewegung des „Urban Gardening“ auf städtischen Flächen, auf dem Land braucht es eine „Blütenguerilla“.

Warum heimische Wildblumen? Es gibt zwar wunderschöne Bienen-Blühmischungen mit vielen Zucht- und Gartenarten, deren Erfolg jedoch nach 1-2 Jahren verpufft und die dann gewöhnlich in Gras- und Unkrautbestände übergehen. Mit heimischen Wildblumen ist der optische Erfolg im ersten Jahr zwar nicht so spektakulär, steigert sich jedoch in den Folgejahren und bleibt über viele Jahre erhalten.

Auch aus einem anderen Grund muss man die beliebten exotischen Blühmischungen (z.B. Mössinger Sommer) mit einem Fragezeichen versehen: Da sie großenteils aus nicht heimischen Arten bestehen,  liefern sie zwar Futter für die Alleskönner unter den Blütenbesuchern, wie Honigbienen und Hummeln, nicht aber für die meisten Wildbienen oder gar die Raupen unserer Schmetterlinge. Wildbienenspezialisten warnen inzwischen eben aus diesem Grunde vehement davor: Gerade die seltenen, die gefährdeten Arten, die Nahrungsspezialisten unter unseren Insekten gehen leer aus. Rund ein Drittel der ca. 500 heimischen Wildbienenarten sammeln den Pollen für die Larven nur an bestimmten Pflanzenarten oder -familien. Sie würden nur auf heimischen Blühmischungen fündig.

Noch etwas macht exotische Ansaaten ökologisch wertloser. Sie bleiben selten über den Winter stehen, bieten also keine Winterverstecke für Eier und Puppen oder Samenstände als Vogelfutter – all das sind kostenlose Leistungen von heimischen Wildblumen, die erst im Frühjahr gemäht werden. Letzteres erfordert bei den meisten Gartenbesitzern allerdings eine Veränderung der Grundeinstellung, im Herbst alles sauber abzuräumen. Wenn wenigstens ein Teil nicht abgeräumt würde, wäre schon ein Gewinn.

Was gibt es bei der Aussaat zu beachten?

Bewährt hat sich hier die Methode nach Johannes Burri, ein bekannter Schweizer Spezialist für Wildblumen („Wildblumenburri“):

Bodenvorbereitung: Vor einer Neusaat muss die «alte» Pflanzengesellschaft restlos beseitigt werden (umgraben, abschälen, hacken, pflügen, fräsen etc.). 2 bis 3 Wochen nach der Bodenbearbeitung beginnt die Spontanflora (Unkraut) schon wieder zu sprießen. Das keimende Unkraut lässt sich am einfachsten mit Hilfe eines Gartenrechens beseitigen. Diese oberflächliche Bearbeitung sollte bei Bedarf im Abstand von einigen Wochen wiederholt werden. Achtung: Die Fläche darf nicht mehr tief bearbeitet werden (max. 3cm). Nach der ersten tiefen Bodenbearbeitung (bei der der alte Bewuchs vernichtet wurde) sollte sich der Boden bis zur Saat mindestens 4 Wochen lang absetzen können. Am Tag der Aussaat muss die ganze Fläche ein letztes Mal, ganz oberflächlich, bearbeitet werden. Keinesfalls sollte man die Fläche düngen oder mit Kompost anreichern.

Aussaatzeit: Eine günstige Zeit ist Mitte August bis spätestens Ende September oder im März-Mai. Da es sich größtenteils um Lichtkeimer handelt, ist es wichtig, dass das Saatgut nur obenauf gesät und keinesfalls eingearbeitet wird. Das unbedingt notwendige Anwalzen, oder Andrücken auf der Fläche sorgt für den benötigten Bodenschluss und eine gleichmäßige Keimung.

Pflege: Frisch gesäte Wildblumen dürfen im ersten Jahr (und auch in den Folgejahren) auch bei großer Trockenheit nicht bewässert werden.

Ein Wildblumenbestand sieht im Aussaatjahr oft sehr schlecht aus und der Deckungsgrad ist ungenügend. Beim flüchtigen Betrachten sieht der Laie nur Unkraut. Das muss so sein! Die Zwei- und Mehrjährigen entwickeln sich erst nach einer Überwinterung.

Sobald kein Licht mehr auf den Boden fällt, ist es Zeit für den ersten Säuberungsschnitt. Dies trifft etwa 8 Wochen nach der Aussaat zu, wenn der Bestand etwa kniehoch aufgewachsen ist. Die Schnitthöhe beträgt etwa 8 cm. Das Schnittgut wird sorgfältig zusammengerecht und entsorgt.

Es wäre toll, wenn viele Essinger Gartenbesitzer eine Wildblumenecke in Ihrem Garten schaffen würden. Wir unterstützen Sie hierbei gerne mit geeignetem Saatgut.

Ein großes Potential bieten ungenutzte Rasenflächen, die in vielen Gärten nur aus Bequemlichkeit angelegt sind, weil sie (irrtümlicherweise) für pflegeleicht gehalten werden. Für Wildbienen und andere Blütenbesucher ist ein gepflegter Rasen eine grüne Wüste. Wenn man einen Teil davon nur noch zwei- bis viermal im Jahr mäht, kommen zumindest Gänseblümchen, Kriechender Günsel, Wiesen-Löwenzahn, Scharfer Hahnenfuß, Gundermann, Weißklee oder Gamander-Ehrenpreis zum Blühen, was bereits eine Verbesserung ist. Eine artenreiche Blumenwiese entwickelt sich meist aufgrund der Wurzelkonkurrenz der Rasengräser nicht. Empfehlenswerter ist daher, gewisse Bereiche nach der oben beschriebenen Burri-Methode neu einzusäen.

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