Wenn Obstbäume über die Stränge schlagen

Baum nach dem Schnitt

Ja, so etwas gibt es, und gar nicht so selten.
Wir erlebten es anschaulich beim Abschluss unserer diesjährigen Schnittübungen an Obst-Hochstämmen.
Baum Nr. 50 am Schinderhöbel, gepflanzt in der Flurbereinigung Essingen III im Jahr 1999, also eigentlich ein Apfelbaum in den besten Jahren. Doch was fanden wir vor?
Einen unter seiner eigenen Fruchtbarkeit leidenden, entkräfteten Burschen mit mehreren dicken, abgebrochenen Ästen, welche die ganzen Äpfel nicht mehr tragen konnten.
Im Kroneninneren ein Dickicht von nach innen gewachsenen Schossen und sehr viel nach unten hängendes Holz ohne Licht. Dieser „abgewrackte“ Baum hatte sich völlig verausgabt und musste dringend „chirurgisch“ behandelt werden.

Baum vor dem Schnitt
Baum vor dem Schnitt

Wir unterzogen unseren „Patient“ einer zweistündigen Operation. Jetzt erhält er in der gesamten Krone wieder Licht und kann sich neu aufbauen. In den kommenden Jahren müssen wir ihn allerdings beobachten und nötigenfalls mit Nachoperationen korrigieren, falls er wieder so „über die Stränge schlägt“.

Erlernen des Obstbaumschnittes an Hochstämmen

Es ist schade um die vielen ungeschnittenen Obst-Hochstämme in unserer Flur. Zwar ist auch ein ungeschnittener Obstbaum eine Bereicherung für die Landschaft, er bildet sogar mehr Blüten als sein geschnittener Kollege und eine sehr dichte Krone, die Vögeln einen prima Schutz bietet. Die Nutzung seines Obstes ist allerdings  stark eingeschränkt, weil die Früchte schlechter belichtet werden oder unzugänglich in hohen Randbereichen wachsen. Oft brechen auch Äste weg weil sie die Fruchtlast nicht tragen können.

Um eine stabile, nutzbare und trotzdem naturnahe Krone zu erhalten braucht es Schnitteingriffe. Leider beherrschen dies immer weniger Leute und so verwildern die meisten unserer öffentlichen Obstbäume. Dabei ist es nicht soo schwierig, und wer es mal praktiziert, wird feststellen, dass es sogar sehr befriedigend ist, die Reaktion und Entwicklung der geschnittenen Kronen über die Jahre zu beobachten.

Um hoffentlich ein paar künftige „Mitschneider“ zu gewinnen, laden wir 

an den folgenden drei Samstagen (29.Feb., 7. und 14. März) 

zu praktischen Schnittübungen ein. Die grundlegenden Wuchsregeln und deren Anwendung in der Praxis sollen hierbei erläutert werden. Wir üben dies sowohl an Jungbäumen, deren Entwicklung wir noch gut steuern können, wollen uns aber auch an alte ungeschnittene „Haudegen“ wagen, bei denen die „lehrbuchmäßige“ Entwicklung einer Pyramiden- oder Oeschbergkrone verpasst wurde. Hier ist kreativer „Freestyle-Schnitt“ gefragt, bei dem trotzdem die Gesetzmäßigkeiten des Wuchses und der Baumstatik beachtet werden müssen.

Treff um 10 Uhr am Sportplatz.

Regenrückhaltebecken „unterer Iltisberg“

Unser letzter Einsatzort am 26.02. war das Regenrückhaltebecken am Iltisberg auf der südlichen Seite von Essingen. Hier mussten wir schweres Gerät zum Entfernen des Hartriegels sowie zur Freilegung der Magerwiesen einsetzen.

vorher: das Regenrückhaltebecken mit seiner Magerwiese Richtung Süden ist mit Hartriegel überwuchert
nachher: der Hartriegel wurde bodennah entfernt und das Schnittgut abgeräumt

Freischnitt Katzenmilch und Rückschnitt Regenrückhaltebecken am Iltisberg

Nachdem wir im Jahr 2016 direkt nach der Gründung erstmals unsere Freischnittaktion in der Katzenmilch durchgeführt haben, ist es an der Zeit, die wieder aufkeimenden Brombeerranken und den wuchernden Holunder zu zähmen.

Rückschnitt an der Katzenmilch im Jahr 2016 – direkt nach unserer Gründung

Erfreulicherweise haben sich nach unserem erstmaligen Rückschnitt vor zweieinhalb Jahren wieder Eidechsen angesiedelt, deren Lebensraum nun regelmäßig in einer kleineren Maßnahme durch die Entfernung des Wildwuchses gepflegt werden muss.

In der Gemarkung „Unterer Iltisberg“ wollen wir das Regenrückhaltebecken freischneiden. Dort wächst wilder Oregano, eine sehr nahrhafte Pflanze für unsere Wildbienen in der Pfaffenhohl. Auch der Einlauf des Regenrückhaltebeckens muss erneut freigelegt werden, damit das Regenwasser wieder wie ursprünglich geplant, hineinfließen und dort versickern kann.

Regenrückhaltebecken „Unterer Iltisberg“ – hier überwuchert der Hartriegel bereits die Halbtrockenwiesen

Die Gemarkung „Unterer Iltisberg“ findet man ganz leicht. Von der Mühlstraße aus kommend läuft man die Pfaffenhohl durch und biegt am Walnussbaum rechts auf den ebenfalls geteerten Feldweg ab. Dort befindet sich das Regenrückhaltebecken auf der rechten Seite am Hang.

Wegbeschreibung Gemarkung „Unterer Iltisberg“ – Regenrückhaltebecken unter der Streuobstwiese

Wer Glück hat, kann hier Fasane und auch das ein oder andere Mal ein scheues Rebhuhn bestaunen.

Für beide Aktionen wollen wir uns in den Winterferien am Dienstag, den 26.02.2019 um 9:30 Uhr zum Freischnitt treffen.

Aktion: Freischnitt Katzenmilch und Regenrückhaltebecken am Iltisberg

Treffpunkt: 26.02. um 9:30 Uhr am Parkplatz Friedhof

Mitbringen: Astschere, Gartenschere, Motorsäge, Besen, Handschuhe, festes Schuhwerk,

Freischnitt im Pfaffenhohl

Geschafft! Bei Sonnenschein lässt es sich hervorragend arbeiten!

Vorher!

Am letzten Samstag haben wir die die Löswände auf der rechte Seite der Pfaffenhohl, von der Mühlstraße aus kommend gesehen, von Gestrüpp, Efeu, Holunder und altem Laub befreit.

Die Arbeit ging schnell voran. Mit Astscheren, Motorsägen und Besen konnten wir das Schnittgut zum bereitgestellten Gemeindehänger abtransportieren. Drei Stunden und fünf volle Hängerladungen später war das Ergebnis deutlich sichtbar.

Nachher!

Die Löswände auf der rechten Seite der Pfaffenhohl erstrahlten in der Sonne und liegen jetzt wieder völlig frei. Dem Einzug an Wildbienen und zahlreicher anderer Insekten steht nun nichts mehr im Wege.

Geschafft! Bei dem Wetter und der guten Stimmung fiel das Arbeiten leicht!

Wir bedanken uns bei unseren zahlreichen großen und kleinen Helfern auf das es demnächst wieder summt und brummt.

Baumschnitt der Streuobstwiese an der Grundschule

Nach und nach arbeiten wir uns durch die zahlreichen Streuobstwiesen. Am Pleck, im Steinernen Brückl und am Skaterplatz sind die erforderlichen Schnittmaßnahmen bereits erfolgt.

Am Samstag, den 23.02.2019 wollen wir uns ab 9:30 Uhr die Streuobstwiese hinter der Grundschule vornehmen. Hier fällt aufgrund der fehlenden Rückschnitte in den Vorjahren einiges an Schnittgut und an Arbeit an.

Wir lernen hier auch das Umsetzen unseres bereits angebotenen Theoriekurses „Obstbaumschnitt“ Anfang Februar.

Aktion: Rückschnitt Streuobstwiese Grundschule

Treffpunkt: 23.02. um 9:30 Uhr am Parkplatz „Friedhof“

Mitbringen: Astschere, Gartenschere, Motorsäge, Handschuhe, festes Schuhwerk

Schnittarbeiten im Pfaffenhohl für unsere Wildbienen

Das bundeseinheitlich Fäll- und Schnittverbot in der Baum- und Gehölzpflege regelt nach § 39 BNatSchG betreffen Pflege- und Rückschnitte für Bäume, Hecken, lebende Zäune, Sträucher und weitere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September.

Somit steht also noch unbedingt die Pflege- und Rückschnittmaßnahme in der Pfaffenhohl von der Mühlstraße kommend auf der rechten Seite (Sonnenseite) an.

Dort konnten wir bei unserer Sommerwanderung in den „Südlichen Gewannen“ ja bereits die Schornsteinwespe samt Brutgelege bestaunen und möchten ihr und vielen anderen Wildbienen- und Hummelarten sowie weitern Insekten auch dieses Jahr ein attraktives Plätzchen bieten.

Schornsteinwespe am Eingang ihrer Brutkammer

Wo: Treffpunkt Ecke Mühlstraße/Brühlstraße auf der Hainbachbrücke

Wann: Samstag, 16.02.2019 um 9:00 Uhr (wer später dazu stoßen mag, einfach die Pfaffenhohl hoch)

Mitbringen: Motorsäge, Heckenscheren, Baumscheren, Gartenscheren, Rechen, Harken, Schubkarre, Schaufel, Besen

Wir empfehlen wie immer Garten- oder Arbeitshandschuhe und festes Schuhwerk!

Bei strömenden Regen, was wir natürlich nicht hoffen, wird die Aktion auf den nächsten Samstag, den 23.02. verschoben.