Gebietseigene Wildblumen frisch ausgesät

Um die Artenvielfalt in unserer Flur zu verbessern, hat die Gemeinde der Eh da-Initiative zur Einsaat von Wildblumen drei kleine Flächen zur Verfügung gestellt und sowohl Saatgut als auch Bodenvorbereitung aus dem Gemeindeetat finanziert. Freundlicherweise hat uns Familie Herbst darüber hinaus noch einen kleinen Acker (im Pleck), der schon seit ein paar Jahren nicht mehr bestellt wird, ebenfalls zur Wildblumeneinsaat überlassen.

Letzte Woche brachten wir zu Dritt das feine Saatgut per Hand zunächst auf einem Streifen am Steinernen Brückel aus, danach in der Katharinengewanne und am Ossoplatz. Am Schluss auf der etwas größeren Ackerparzelle am Pleck.

Die meisten Wildblumen gelangen im Hochsommer zur Samenreife und säen sich in dieser Zeit natürlicherweise selbst aus. Daher wird von Fachleuten der Zeitraum Mitte August/Anfang September als optimal zur Aussaat empfohlen. Dabei muss auch für Wildblumen das Saatbeet möglichst „unkrautfrei“ sein, d.h.  sorgfältig 3-4 mal über Sommer mit Risser, Fräse oder Kreiselegge bearbeitet werden, um vor allem die konkurrenzstarke Grasnarbe zu beseitigen.

Um die heimische Flora nicht noch mehr zu verfälschen, darf seit 1.März 2020  per Gesetz in außerlandwirtschaftlichen Flächen nur noch gebietseigenes Saatgut verwendet werden. Ein original pfälzischer Löwenzahn ist nun mal was anderes als ein niedersächsischer, auch wenn die Globalisierung vor unserer Flora nicht Halt macht.

Die von uns verwendete Mischung setzt sich zusammen aus 36 typischen, regional gewonnenen Arten wie zum Beispiel Glockenblumen- und Labkrautarten, Bibernelle, Schafgarbe, Wiesensalbei, Wiesen-Bocksbart und viele anderen. Die Samen sind zum Teil so extrem klein, dass man sie mit Schrot mischen muss, um sie überhaupt von Hand gleichmäßig aussäen zu können. Viele Arten darunter sind Lichtkeimer, deren Samen nicht in den Boden eingearbeitet werden soll. Trotzdem ist wie bei der Anlage von Rasen ein guter Bodenkontakt ganz wichtig für die Keimung. Daher muss nach der Saat gründlich angewalzt werden.

Nun können wir nur noch auf Regen warten, damit die Wildblumen bald auskeimen und in den kommenden Jahren hoffentlich möglichst viele Insekten und andere Kleintiere eine neue Heimstatt finden und auch wir uns daran erfreuen können, wenn es dort krabbelt, summt und brummt.

(Eckart Kleemann)

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