Eh da? Was ist das eigentlich?

Eh da-Flächen sind „eh da“, also in der Landschaft oder im Siedlungsbereich bereits vorhanden, ohne einer konkreten landwirtschaftlichen oder naturschutzfachlichen Nutzung zu unterliegen. Für Eh da-Flächen wurden geodatenbasierte Analyse- und Bewertungsverfahren entwickelt, mit denen eine semiautomatische Erfassung möglich ist. Anschließend können zielgerichtete Vor-Ort-Kartierungen zur Bestimmung der ökologischen Zustände dieser Freiflächen (Eh da-Potentialflächen) durchgeführt werden, um Handlungsempfehlungen für standortspezifische biodiversitätsfördernde Maßnahmen generieren zu können. Dies sind beispielsweise Aussaat von autochthonem Saatgut, Totholzerhalt, Anlage von Lesesteinhaufen oder Anlage und Erhalt von Rohbodenhabitaten. Dabei steht besonders die Flächenaufwertung für blütenbesuchende Insekten, wie Wildbienen, und die geeignete Vernetzung von Brut- und Sammelhabitaten (kombinierte Lebensräume) im Vordergrund. Die Vernetzung ist besonders wichtig, da Wildbienen nur geringe Distanzen zwischen Brut- und Sammelhabitat zurücklegen können. Diese können je nach Art nur wenige hundert Meter betragen.

Um wieviel Fläche handelt es sich da?

Bei einer Kartierung im vergangenen Jahr wurden in Essingen über 60 Flächen erfasst, deren Flächenanteil in der Gesamtgemarkung schätzungsweise 2-3 % ausmacht.

„Datenquelle: Arbeitsgemeinschaft Kataster und Kartographie der Großregion, www.gis-gr.eu

Warum sind uns diese Flächen so wichtig?

Weil es in unserer recht intensiv bewirtschafteten Flur die einzigen noch verbliebenen Flächen sind, auf denen sich die Natur entfalten kann und z.B. Vögel, Schmetterlinge und Wildbienen wenigstens noch kleine Rückzugsgebiete finden.

Warum soll man sich um diese Flächen denn überhaupt kümmern, wenn sie eh da sind?

Bei vielen dieser Flächen fällt zum Beispiel auf, dass sie gar nicht der Natur überlassen werden, sondern “sauber“ gemulcht dastehen und eine biologische Artenvielfalt keine Chance darin hat.
Wir möchten hier für mehr Verständnis und ein Umdenken werben, um der Natur wenigstens in diesem bescheidenen Rahmen wieder mehr Entwicklung zu ermöglichen.
Würde das Mulchen zum Beispiel auf einmal jährlich reduziert, wäre schon sehr viel gewonnen und es könnte wieder “summen und brummen“. Der Gemeinderat hat im September 2015 das Eh da-Projekt einstimmig befürwortet und beschlossen, in diesem Spätsommer mit der Einsaat von Wildkrautmischungen auf einigen Teilflächen etwas Blütenfarbe einzubringen. Zwei Essinger Landwirte haben ihre Hilfe angeboten zur Vorbereitung der Flächen. Ein sehr begrüßenswerter erster Schritt!

 

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